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sehr viele Wege und Steige gibt, von denen
manche von den Skifahrern, andere von den Rod-
lern, wieder andere von den Fußtouristen und
andere von den Bewohnern der erwähnten Enkla-
ven benützt werden. -Jedes auch kleinere Touri-
etengasthaus und Hotel ist bestrebt, zu seinem Ob-
jekte auf einem guten Wege oder Steige eine Ver-
bindung zu haben. Die Ortsbevölkerung und ver-
schiedene Korporationen verlangen auch die Zu-
gänglichmachung mancher Wege und Steige,
welche bisher weder markiert noch anderweitig
zur Benützung freigegeben waren.

Dieser Zustand macht den ordentlichen Forst-
schutz unmöglich, ist für die Fußgänger und Fuhr-
werke beim Holzfällen und bei der Holzabfuhr ge-
fährlich, bedroht die Pflege des Wildstandes und
macht sie unmöglich, und ist deshalb für die
Zukunft wirtschaftlich unhaltbar und rechtlich
unzulässig, weil die Mehrzahl dieser Wege und
Steige Privateigentum des Staates ist. Aus diesem
Grunde wurde bei der Verbücheruns; des über-
nommenen Staatseigentums eine Revision der
Dienstbarkeiten vorgenommen und sind die Wege
und Steige, für deren Benützung seitens der Be-
völkerung durch Dienstbarkeiten oder besondere
Bewilligungen keine Grundlage gegeben ist, ge-
sperrt. Für den Fall jedoch, daß durch dieses Vor-
gehen die Ortsbevölkerung bei nachweisbarer Not-
wendigkeit geschädigt würde, ist verfügt worden,
daß solche Wege und Fußsteige durch besondere
Vereinbarungen, der Ortsbevölkerung oder den
Ortschaften und Gemeinden zugängig gemacht
würden. In diesem Sinne ist auch der Abgeordnete
Hollube informiert worden, der sich für einige
Wege und Fußsteige im Forstbereiche von Luisen-
tal und Ochsengraben speziell interessiert; die
Verhandlungen über diese Angelegenheit sind mit
den betreffenden Gemeinden in Anwesenheit des
Abgeordneten Hollube bereits angeknüpft worden
und werden fortgesetzt. Abgeordneter Hollube hat
versprochen, er werde über diese Angelegenheit
mit den Gemeinden und Touristenkorporationen
verhandeln und der Verwaltung' bis 15. Jänner
1937 konkrete Vorschläge machen; dies ist jedoch
bis jetzt nicht geschehen. Den - allerdings be-
rechtigten und begründeten - Forderungen der
Interessenten und Gemeinden wird in dieser Ange-
legenheit in jedem Falle nach Möglichkeit ent-
sprochen werden.

Prag, am 3. März 1937.

Der Minister für Landwirtschaft:
Dr. Zadina m. p.

Рøeklad ad 845/ХIП.

Отв-Ьтъ

председателя правительства

на интерпелляцию депутата
д-ра С. А. Фенцика

по вопросу снабжен/я Подкарпатской
Руси кукурузой (№ п. 678/УШ).

Бывшая въ интерпелляции предметомъ
упрековъ деятельность поставщиковъ,
которымъ была доверена поставка куку-
рузы для снабжешя бЪднЪйшаго подкар-
паторусскаго населешя въ предыдущихъ
перюдахъ снабжешя, несколько разъ
являлась предметомъ оффищальнаго раз-
след овашя; его результатъ приводится
въ ртвътъ министровъ внутреннихъ д%лъ
и земледъл!я отъ 24 августа 1936 г. на
интерпеллящю депутата д-ра С. А. Фен-
цика по вопросу о спекуляции съ кукуру-
зой на Подкарпатской Руси (№п.446/1Х).

О случае смерти 4 детей въ селе Угля,
согласно сообщешю после употребления
испорченной кукурузы, разъяснеше было
приведено въ отвъгЬ министра внутрен-
нихъ дЪлъ и министра общественнаго
здравоохранешя и гвлеснаго воспиташя
на интерпеллящю депутатовъ Годиновой-
Спурной, Борканюка и Фущича (№ п.
603/У1).

Поставка кукурузы для людей въ пе-
рюдъ 1936-37 г. была сдана согласно
результата публичнаго конкурса, кото-
рый Земское Управлеше въ Ужгороде
должно было устроить въ летнее время
въ виду того, что предыдущей перюдъ
поставки и действительность соотвът-
ственныхъ договоровъ о поставке кончи-
лась 31 1юля 1936 г. При установлены ве-
личины залога, требуемаго съ поставщи-
ковъ, былъ принятъ во внимаше размеръ
стоимости поставокъ, за которыя при-
ходилось ручаться, и поэтому залогъ
былъ исчисленъ такъ, чтобы при всЪхъ
обстоятельствахъ имелось ручательство
за правильный и непрерушаемый ходъ
акцш снабжешя, потомъ за пошлины и
под. и на случай, если бы привезенной
кукурузой можетъ быть бы злоупотре-
били для другихъ целей, нежели преду-
смотренный. Что дело не шло о созданш
выгодного положетя для отдельныхъ
лицъ или группъ отдельнхъ лицъ,
сильныхъ своимъ капиталомъ, очевидно
изъ того, что были допущены и частич-
ныя оферты, требовавппя лишь части ка-
питала соразмерно общей поставке. Ко-
личество кукурузы, которое было ранее
предписано держать на складе, было уже
при разсмотрёши офертъ снижено съ
30% на 15-20%.

Доставка кукурузы была сдана лишь
места ымъ фирмамъ. Фирма »Ввозной


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синдикатъ для Подкарпатской Руси« не
получила исключительного права поста-
вокъ, такъ какъ поставка была сдана
также и 11 объединеннымъ влад-вльцамъ
мельницъ. Само собой разумеется, что
для поставокъ, при которыхъ Д-БЛО идетъ
о значительномъ передвиженш торго-
выхъ капиталовъ, необходимъ опред-Ь-
ленный капиталъ или собственный или
полученный при помощи кредита. Этймъ,
конечно, не исключается учаспе фирмъ
съ меньшимъ капиталомъ, такъ какъ они
могутъ объединиться для подачи общей
оферты, какъ это и сдълалъ »Союзъ тор-
говыхъ мельницъ* въ Ужгород^. Заклю-
чать договоры о поставк-Б съ большимъ
количествомъ поставщиковъ нец'Ьлесо-
образно уже благодаря тому, что ихъ
интересы скрещиваются при реализации
ОТД-БЛЬНЫХЪ поставокъ.

Объ утверждешяхъ интерпелляции от-
носительно неблагопр1ятныхъ ПОСТБД-
ств1й якобы неудобныхъ услов!й конкур-
са и сдачи поставокъ кукурузы замътимъ,
что согласно теперешнимъ результатамъ
акцш н-Ьтъ никакихъ причинъ принимать
требуемыя интерпелляцией мъропр1япя.
Министерство землед-БЛ1я не участвуетъ
въ проведенш акцш и не издало также
распоряжешя упомянутаго въ интерпел-
лящи.

Прага 6-го марта 1937 г.

Председатель правительства:
Др. М. Годжа с. р.

Pøeklad ad 845/XIV.

Antwort

des Ministers für nationale Verteidigung

auf die Interpellation der Abgeordneten
Dr. A. Kellner und H. Birke

wegen militärischer Exzesse in Trautenau
(Druck 694/XIIL).

Wie bereits bei den zahlreichen anderen Gele-
genheiten betont worden ist, legen das Ministe-
rium für nationale Verteidigung sowie alle ver-
antwortlichen Kommandanten auf das ruhige_ Zu-
sammenleben des Militärs und der Zivilbevölke-
rung in allen Garnisonen großes Gewicht un-d

unternehmen alles, was in ihrer Macht liegt, die
wünschenswerte Harmonie zu erzielen. Das Mini-
" sterium für nationale Verteidigung erachtet na-
mentlich dort, wo es sich um die Berührung1
mehrerer Nationalitäten handelt, dieses Einver-
nehmen im öffentlichen Interesse und im Interesse
des guten Rufes des ceohoslovakischen Militärs als
unerläßlich notwendig.

Die in der Interpellation angeführten Fälle
waren Gegenstand einer strengen Erhebung der
Militärbehörden, und soweit jenen Militärpersonen
irgendein Verschulden nachgewiesen wurde, sind
sie zur Verantwortung gezogen und bestraft wor-
den.

Hierüber ist der Redaktion der Zeitschrift
"Trautenauer Tagblatt" eine Aufklärung zuge-
schickt worden, welche diese Zeitschrift in Nr. 254
vom 7. November 1936 veröffentlicht hat.

Soweit die Interpellation an die Vorfälle vom
Jahre 1933 erinnert, verweise ich auf die in den
Parlamentsdrucken der III. Wahlperiode, Nr. 2344/
XXI, veröffentlichte Antwort.

Der den deutschen Turnverein betreffende Fall
ist nicht absichtlich verschuldet worden, wie die
Interpellation voraussetzt, und wurde mit den Ver-
einsvertretern direkt beigelegt, was diese mit Zu-
schrift vom 9. November 1935 mit Befriedigung
zur Kenntnis genommen haben.

Prag, am 24. Februar 1937.

Der Minister für nationale Verteidigung:
Machnik m. p.

Preklad ad 845/XV.

Antwort

des Ministers für soziale Fürsorge

auf die Interpellation des Abgeordneten
Rudolf Axmann

wegen der Handhabung des § 110 und
§ 189 des Soz. Vers. Ges. durch die verant-
wortlichen Organe der Bezirkskrankenver-
sicherungsanstalt in Mähr.-Schönberg
(Druck 694/XVIII).

Das Ministerium für soziale Fürsorge hat
die Zentral sozialversicherungsalt aufgefordert,
über den Inhalt der Interpellation Erhebungen
vorzunehmen. Die Zentralsozialvemcherungsan-
stalt hat folgendes erhoben:

Es konnte kein einziger Fall festgestellt werden,
daß die Krankenversicherungsanstalt einen Ver-
sicherten vor Ablauf der Unterstützungsfrist ge-
zwungen hätte, er möge um die Invaliditätsrente
ansuchen, daß sie die Auszahlung des Kranken-
geldes eingestellt hätte sobald das Gesuch um die
Invalklitätsrente eingebracht worden war, oder
daß sie sich geweigert hätte, einen Bescheid er-


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fließen zu lassen, wobei sie auf die im § 189,
Abs. 1, des Gesetzes über die Sozialversicherung
festgesetzte dreißigtägige Präklusivfrist verwie-
sen hätte.

Im Gegenteil wurde festgestellt, daß die Ver-
sicherungsanstalt im Jahre 1936 in 28 Fällen das
Krankengeld während der ganzen einjährigen
Unterstützungszeit Versicherten gewährt hat,
denen sodann die Invalidenrente zuerkannt worden
ist. Die Versicherungsanstalt hat nur in 9 Fällen
die Auszahlung des Krankengeldes vor Ablauf der
einjährigen Zeitperiode eingestellt, keineswegs
jedoch aus dem Grunde, weil Invalidität eingetre-
ten war, sondern deshalb, weil die Versicherten
aufgehört hatten, der ärztlichen Behandlung be-
dürftig zu sein, und deshalb keine Krankheit im
Sinne des Gesetzes mehr vorlag, wodurch die
Pflicht der Versicherungsanstalt zur Gewährung
des Krankengeldes erloschen ist. In zwei von
diesen Fällen kam es zur Gewährung der Unfalls-
rente, in sechs weiteren Fällen ist eine Invaliden-
rente zuerkannt worden und nur in einem einzigen
Falle ist das Ansuchen um eine Invalidenrente
abgewiesen worden. Keiner dieser Versicherten hat
einen Bescheid von der Versicherungsanstalt ver-
langt, und zwar weder unmittelbar nach Einstel-
lung des Krankengeldes noch später, so daß die
Versicherungsanstalt überhaupt keine Möglichkeit
hatte, sich auf die dreißigtägige Frist nach § 189,
Abs. 1, des Gesetzes über die Sozialversicherung
zu berufen.

Es ist auch festgestellt worden, daß im Jahre
1936 bei dem Schiedsgerichte dieser Versiche-
rungsanstalt im ganzen 19 Klagen eingebracht
worden sind, von denen nur in 2 Fällen der Klage
entsprochen worden ist.

Nachdem der derzeitige Wortlaut der §§ 110
und 189 des Gesetzes über die Sozialversicherung
bisher nirgend Anlaß zu Beschwerden gegeben
hat, stimmen das Ministerium für soziale Für-
sorge und die Zentralsozialversicherungsanstalt
darin überein, daß kein Grund zur Novellierung
jener Paragraphen vorliegt. Trotzdem hat die
Zentralsozialversicherungsanstalt jedoch in ihren
Rundschreiben den Krankenversicherungsanstalten
in dieser Richtung die entsprechenden Weisungen
erteilt.

Das Ministerium für soziale Fürsorge hat auf
die Aufnahme von Bediensteten in die Dienste der
Krankenversicherungsanstalten keinen direkten
Einfluß, da die Aufnahme von Bediensteten in die
autonome Kompetenz der Krankenversicherungs-
anstalten gehört und nach dem Gesetze darüber
in jeder Versicherungsanstalt die. gemeinsame Ver-
sammlung des Vorstandes und des Aufsichtsaus-
schusses entscheidet. Die Sozialversicherungsan-
stalt kann sodann nur aus diesen Beamten die ge-
eigneten Personen für eine Ernennung der leiten-
den Beamten, ihrer Stellvertreter und der Buch-
halter nach § 69 des Gesetzes über die Sozial-
versicherung auswählen.

Was die Forderung nach Vornahme der Wahlen
in die Verwaltungsorgane der Krankenversiche-
rungsanstalten anbelangt, verweise ich auf die
Antwort, die ich auf die Interpellation des Abge-
ordneten Franz Ježek erteilt habe (Druck 46l/
XVI-1936).

Prag, am 18. Februar 1937.

Der Minister für soziale Fürsorge:
Ing. Neèas m. p.

Pøeklad ad 845/XVI.

Antwort

des Ministers für öffentliches Gesundheits-
wesen und körperliche Erziehung

auf die Interpellation des Abgeordneten L
Wagner

wegen schwerer Benachteiligung der Zahn-
techniker durch einen Erlaß (Druck 694/
XXVI).

Der Erlaß des Ministeriums für öffentliches
Gesundheitswesen und körperliche Erziehung vom
17. Juli 1936, Z. 20.100/36, über die Untersuchung
und Behandlung der Zähne und Gebisse der Schul-
jugend ist mit Erlaß des Ministeriums für öffent-
liches Gesundheitswesen und körperliche Erzie-
hung vom 6. Februar 1937, Z. 43.335/36, gerade
mit Rücksicht auf die Zahntechniker in der Weise
abgeändert worden, daß die Forderungen der In-
terpellation gegenstandslos geworden sind.

Prag, am 1. März 1937.

Der Minister für öffentliches Gesundheitswesen
und körperliche Erziehung:

Dr. Czech m. p.

Pøeklad ad 845/XVII.

Antwort

des Ministers des Innern

auf die Interpellation des Abgeordneten
R. Knorre

wegen unbegründeter Versammlungsauf-
lösung anläßlich der Erörterung des Ge-
burtenrückganges (Druck 694/XXVII).

Der intervenierende Beamte hat die von der Sude-
tendeutschen Partei am 17.Oktober 1936 in Brauns-
dorf veranstaltete öffentliche Versammlung des-
halb aufgelöst, weil die Aussprüche des Redners,
wegen welcher dieser ermahnt werden mußte, in
der Versammlung bedeutende Unruhe erweckt
haben, so daß Gefahr bestand, daß ein längeres
Andauern der Versammlung die öffentliche Ruhe
und Ordnung gefährden könnte.

Unter diesen Umstanden war das Vorgehen des
intervenierenden Beamten durch die geltenden
Vorschriften begründet.

P r a g, am 5. März 1937.

Der Minister des Innern:
Dr. Èerný m. p.


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