522. Nejvyšší úředníci království Českého omlouvají se císaři, že žádosti, aby zjednali větší sumu peněz na zaplacení vojenského lidu vzpourou hrozícího, pro nedostatek peněz při stavích i obyvatelstvu nemohou vyhověti.

V PRAZE, 21. října 1604. — Orig. v c. a k. společ. financ, arch. ve Vídni. (Böhmen, 1604, November.)

Allergnädigister Kaiser, Künig und Herr! E. Rom. Kais. Mt. an die obristen Landofficierer des Königreichs Beheimb gnädigistes beschehenes Begehren, eine ansehenliche Summa Geldes aufzubringen und damit das Kriegsvolk in Hungern zu contentieren, auch dardurch besorgliche Generalmeuterei und andere grosse bevorstehende Ungelegenheiten zu verhüten, haben sie in nothdurftige Erwägund Berathschlagung gezogen und sollen darauf E. Kais. Mt. gehorsambist nit verhalten, dass sie sich erinnern, als verschienener Zeit die Stand ihr E. Kais. Mt. bewilligtes Kriegsvolk Selbsten gezahlet und das Wesen durch gewisse darzu deputierte Personen bestellen lassen, dass nit allein an der Zahlung kein Mangel erschienen, sondern E. Kais. Mt. noch an der bewilligten Contribution ein Uberschuss, auch dahero dergleichen besorgliche und allgereit unlängsten zum Deutschen Brod von den meutischen Knechten mit grossem Schaden erfolgte Gefahr eingestellt verblieben. Kombt ihnen demnach ganz bekummerlichen für, dass die Stand uber die heurigen und mehr als zuvor niemals bewilligten grossen und allgereit anticipierten Steuren dergleichen und noch übleren Zustands sich zu befahren haben sollen. Und obwohl gedachte obriste Landofficierer in sonderer gehorsambister Achtnehmbung E. Kais. Mt. gnädigisten Begehrens und der Sachen Wichtigkeit mit Aufbringung einer ansehenlichen Summen Geldes E. Kais. Mt. unterthänigist gern willfahren wollten, so bezeugen sie doch mit Gott dem Allmächtigen, dass sie wegen grosser Erschöpfung und der Stand ingemein ihnen bewusstes Unvermögen, wie gern sie auch immer wollten, darzu kein Mittel oder Weg wissen noch einigen gewissen Furschlag thun können, inmassen sie dann auch vor diesem, als sie E. Kais. Mt. mit hundert Tausend Gulden aus unterthänigister Treu aushilflichen erschienen, sich ausseil Landes einschulden und bei den Nurnbergern solche Summa mit schwerer Muhe aufbringen müssen, so auch auf dato noch nit gezahlet, sondern erst unlängsten von ihnen aufs neue den Nurnbergern versichert worden und es also nunmehr Unvermögens und Armuth halber bei diesem so vieljährigem gewährtem Kriegswesen dahin gerathen, dass viel vom Herren-, Adelund niedern Stands Personen aus Mangel dero auf sie kombeuen Contribution, Ihre Güter theils versetzt, verkauft, auch theils durch ergangene Execution mit Weib und Kindern gar geraumet haben. Und wäre zwar treulichen zu wünschen, dass die heurigen Hilfen E. Kais. Mt. von den Ständen vor voll eingebracht werden könnten.

Bitten derowegen E. Kais. Mt. alles gehorsambisten Fleisses, sie geruhen sie solcher ihrer angezogenen Unmöglichkeit halber für diesmal gnädigist für entschuldigt zu halten, auch diese gewisse Versehung zu thun, damit dergleichen besorgliche Generalmeuterei und anders Unheil (so dann E. Kais. Mt. selbsten und deroselben Ländern und Unterthanen zu unverwindlichem Schaden, Nachtheil und Despect, auch Gott weiss wohin endlichen gelangen wurde) verhütet werden, in gleichen auch die Stand und Inwohner dieses Königreichs als E. Mt. getreue Unterthanen und welche derselben in diesem Krieg mit so ansehenlichen Hilfen ganz treulichen beigesprungen, in ihrem Vaterland unter E. Kais. Mt. allergnädigisten Protection mit ihren Weib, Kindern, Haus und Gutern sicher sein möchten. Die sich damit E. Kais. Mt. zu kaiserlichen Gnaden unterthänigist empfehlen thun. Prag den 21. Octobris anno 1604.




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