97. Instrukce pro vyslance, jehož arcikníže Ferdinand jménem ostatních arciknížat Rakouských vypravil k vévodùm Bavorským a ke kurfirštovi Kolínskému, aby jmenovaným dvorùm uèinil sdìlení o duševní chorobì a povážlivém jednání císaøe Rudolfa II, získal je pro ustanovení následníka císaøova v Nìmecké øíši, zejména však aby, maje v pøíèinì té listy od vévodù Bavorských a arciknížete Maximiliana, kurfirštovi Kolínskému pøedložil nebezpeèí hrozící od Francie a jiných protivníkù domu Rakouskému, øíši Nìmecké a víøe katolické, a jej pøemluvil, aby osobnì k císaøi se vypravil a témuž arciknížete Matyáše za následníka v øíši Nìmecké, pøedevším však jmenování jeho králem Èeským doporuèil [Instrukce dána byla vyslanci Petru Casalovi, tajemníku arciknížete Ferdinanda Štýrského, po schùzi, kterou mìli arciknížata Matyáš, Maximilian a Ferdinand koncem øíjna neb poèátkem listopadu 1600 v Šotvínu. Casal vypraven asi 26. prosince 1600 a stihl do Mnichova na nový rok 1601. (Hurter, Ferdinand II., sv. V.,).]

[Konec r. 1600]. — Souè. opis v arch. c. k. minist. vnitra ve Vídni. I. A 1.

Instruction. Zum ersten soll er die Credentiales aller Orten überantworten, die gebührliche officia in Ihrer Fürst]. Durchlt. Namen verrichten, wann nun dieses beschehen, darauf alsbald die fürstlichen Personen den Übelstand der Köm. Kais. Mt. mit aller gehorsambistenMüdestien berichten und also erzählen, damit dieselben unser Sorgfältigkeit, Begehren und Ersuchen zu Genügen für billich halten. Weliches nachfolgundermassen geschehen künnt, dass nämblich die Kais. Mt. nun ein gute lange Zeit wegen obliegunder schweren Regierung und Zustand, weliche sowohl im römischen Keich als in ihren Künigreichen und Erblanden mit Kriegen, bösen Wiedersetzungen und Praktiken eingerissen, darauf Ihr Kais. Mt. Ihr kaiserliche Autorität, Untergang Ihrer Land und Leut zu Schaden der heiligen Religion, ganzer Christenheit Verderben gestanden, auch dem äusserlichen Ansehen und Umbständen nach zu remedieren schier unmüglich, in ein soliche Melancolei gefallen, ass Sie erstlich im Jahr etlich wenig Zeiten, hernach nur ein Tag, letztlich aber etliche Tag und Wochen nacheinander dermassen soliche merken lassen, dass nit allein etliche Ihrer Kammerer ent-reiten müssen, die Kammerdiener von derselben bei Tag und Nacht sehr geschlagen und verwundet worden sonder dass Ihr Mt. letztlich vielmalen (da man nit fürkomben) selbst Ihrer kaiserlichen Person nit verschonet und an dieselb Hand angelegt hätten. Derowegen alle Audienzen, Botschaften

und Gesandte, wie auch die schweristen negotia, so kein moram ohne sondern und höchsten der Christenheit Schaden leiden künnen, deswegen müssen verschoben, niemands oder doch wenig und selten fürgelassen, noch das geringist bei Ihrer Mt. fürgebracht, tractiert und resolviert werden. Daraus dann allerlei Ungelegenheiten allbereit entsprungen und, da nit Gott sonderlich verhüt, der Christenheit sonderlich gewisses Verderben hätte erfolgen müssen, wie soliches heutzutag gleichsfalls zu sehen.

Ob man nun gleichwohl ein gute lange Zeit durch allerlei mügliche Weg und Mittel, sonderlich aber die päpstliche Heiligkeit, die römische Kaiserin, des Künigs aus Hispanien, Erzherzog Ferdinand, Carl und Ernsten seeligister Gedächtnus, letztlich der geistlichen Kurfürsten, sonderlich aber unsers geliebten freundlichen Herrn Vetters, des Kurfürsten von Köln und Erzherzog Mathiasen L. viel Jahr hero und noch, ehe Ihr Mt. in diese Beschwerung gerathen sein, unaufhörlich opportune et importune Ihrer Mt. wegen einer Heirat ingemein, der Succession aber halben eifrig und in-stanter sollicitiert, und was gemeiner Christenheit, diesem unsern Haus und ganzer Religion daran angelegen, zu genügen berathschlagt und ausgeführt: so hätt doch soliches bei Ihrer Mt. ni hts verfangen, sonder dahin verstanden werden wollen, als wollte man dieselb zum Regiment verdächtig halten, nach dem Scepter greifen und also durch unordenliche Mittel und Weg von Ihren Rechten, de facto Ihrer kaiserlichen und küniglichen DignHäten entsetzen. Weliche ungleiche Persuasion Ihr Mt. von Jahr zu Jahr je länger je mehr also iniprimiert, dass Sie jetzund gar ausgerissen, Ihre fürnehmbe geheimbe Räthe, so derselben mit beständigen Treuen gedient und diesen Last getragen, auch alle Imperfectiones, weliche zu Ihrer Zeit fürgeloffen, decken und dahin dirigieren helfen, dass bei so geschaffnen gefährlichen Stand soviel müglich männiglicli content gewesen, aus solicher Ver-muthung mit Ungnaden abgeschafft und vielmalen, as sie noch in Diensten gewesen, das Leben nehmben oder aller Ihrer Künigreich und Erbländer verweisen lassen wollen; d&nebens das Regiment mit Andern bestellt, Ihr Person aber mit obristen Befehlsleun, so stündlich derselben beiwohnen müssen, versehen, auch aus sonderlicher ungleichen Persuasion dahin koinbcn, dass Sie Ihr Quardi zu stärken willens. Da nun soliche Melancolia beschriebenermasseu gewachsen, hat dieselb jetzund gar uberhand genomben, also dass Ihr Mt. Erzherzog Mathiasen durch zwei absonderliche Schreiben eben zu der Zeit, da Ihr L. in der Person Kanisa zu succurrieren willens, nach Prag eilends und auf der Post, nicht ohne grossen derselben Festung Schaden, erfordert. Als nun dieselb gehorsambist rachienen, Ihr L. allerlei Unwillen zum Antritt und soviel erzeigt, als wann Sie sich der Erforderung nicht zu erindern hätten; darauf alsbald Ihrer L. zugesprochen, dass Sie gern weichen, alles resignieren, hinwegziehen und in einen Winkel sich betragen wollten, mit Vermelden, der Nuncius hätte sie verzaubert.

Und obwohl bemelte Ihr L. der Kais. Mt. diese Impression mit allerlei Argumenten und Persuasionen gern genomben, wären doch Ihr Mt. also steif darauf verharret, dass Sie letztlich darob einen Verdruss gehabt und Ihr L. hinweg zu reisen Andeutung hätten thun lassen; da aber soliches Ihr L. wegen der übergebliebenen geheimben Räth so starkes Zusprechen, Bitten und Vermahnen. Ihr L. länger bleiben wollten, Ihren Abzug differiert, hätten Ihr Mt. bei denen Altstädtern fliese Fürsehung thun lassen wollen, dass man Ihr L., so Ihr Mt. zu verstossen gedacht, im künigichen Schloss verpachten soll.

Danebens hätten Ihr Mt. mit dem calvinischen bösen Mann Mekbach, gewester brandenburgischen Kanzlern, dem von Porlingen, Doctor Gedlman und andern calvinischen und sectischen, ja mit den schlechtisten, gemeinisten Leuten, vertrauliche und soliche Gemeinschaften, dass Sie Ihre consilia intentiones und negotia derselben communicierten, von eignen Händen Zettel schrieben und Ihr vielmalen beiwohnen liessen, wie Sie dann aus fürgenombner Kleinmüthigkeit durch Mittel berührter sectischen Personen mehrmalen heimblich e.itreisen und von allen Ihren Landen ziehen wollen.

Danebens höre man von Ihrer Mt. allerlei fliegende Reden wider unser heilige katholische Religion und (dass zu erbarmen) riefen Sie aus dergleichen Kleinmüthigkeit mehrmalen bei Tag und Nacht den Teufel selbst, mit Vermelden, dass Sie sein wären und müg er dieselb also mit sich und hinweg führen. Also hören Sie auch die heil. Mess mit Verdruss und wider Ihren alten Gebrauch nit täglich, und wann Sie derselben gleich beiwohneten, geschehe doch soliches mit keiner Reverenz und Andacht, hätten einen grossen Zorn wider die Geistlichen, sonderlich aber wider die Kapuziner, weliche Sie allein derhalben abzuschaffen mehrmalen befohlen, weil dieselben (Ihr Mt. Vermelden nach) mit, ihrem Gebet Sie so heftig plagten, wie dann alle die, so Ihrer Mt. beiwohnen, mit Fleiss aufmerken, sobald diese patres und fratres, es sei bei Tag oder Nacht, nur zu bitten angefangen, Ihr Mt.. gleich gewüth, getobt, geschrien und mitten im Schlaf erwacht sein, mit Fürgeben, Sie wurden vom den Kapuzinern geängstiget. Destwegen man zu Verschonung Ihrer Mt. das Nachtgebet in den Tag transferieret, dahero nun jetzund dieser motus und paroxismus sich mehr im Tag als zuvor erzeigt.

Aus welichen Allen Erzherzog Mathiae L., als dieses unsers Haus Lehensträger und nach Ihrer Mt. der ältiste, verursacht worden, mit uns, Erzherzogen Maximilian und Albrechten LLden, dieis negotium zu communicieren und zu berathschlagen, wie man etwo weitern Unheil, Spott und unwiederbringlichen Schaden fürkomben, Ihr Mt., gemeiner Christenheit und unserm Haus helfen und dasselbe salvieren möchte. Und hättten erstlich darfür gehalten, dass dieses der beste Weg und Müttel wäre, das gewünschte End zu erreichen, da wir Befreundte alle, so in diesen Landen sein, zussambenstünden, in persona nach Prag uns begeben und mit Ihrer Mt. diese Tractation fürnehmben, zu welichem Ende die verwittibten Erzherzoginen neben ihren Leibserben bewegliche Schreiben mit abgehen lassen wollten, im Fall aber Ihr Mt. Ihr selbst und gemeiner Christenheit weder helfen, noch rathen lassen wollten, alsdann die incorporierte Künigreich und Erblande zu Hilf nehmben, damit Ihr Mt., was dero Vernunft dieser Zeit manglet, durch stärkere Mittel zu Ihrem und der Christenheit Heil möchten vermügt werden.

Da wir aber dieser Sachen auf den Grund besser und weiters nachgeschlagen und was dergleichen conventus erfordern, zuvor auch für Nutz geschafft, bedacht, erwogen, und neben denen circumstantiis gesetzt, was nämhlichen derzeit im römischen Reich für Misstrauen gegen unser Haus, kalte Affection und sonst schädliche Praktiken herkomben, der offne Krieg vor Augen, und dass ein sollicher conventus bei allen Ständen einen schädlichen Verdacht Ihrer Mt. Person Untauglichkeit halben machen, daraus ihr viel zu Vollziehung ihrer lang verdeckten Praktiken und Intentionen, dergleichen Ungelegenheiten ihnen zum bestem, unserm Haus und der Christenheit aber zu grossem Sclhaden gebrauchen möchten, oder aber Ihr Mt. Person selbst wegen der imprimierten bösen Opinion, wann sie solichen conventum sehen, denselben für ein Conspiration wider dieselb halteu und viel-leücht alsdann erst ausreissen, in solicher Verbitterung auch den abwesenden Befreundten eintweders eimen öffentlichen Spott oder selbst Ihrer eignen Person ein Leid thun oder doch letztlich aus dergleichen Humor ein soliche Person zum Successoren befördern wollen, weliche unserer heiligen Religion entweders gar oder doch diesem unsern Haus in specie zuwider wäre; darbei wir auch billich besdacht, dass durch solichen conventum Erzherzog Mathiasen L. bei Ihrer Mt. in höchstes Übelverneshmben komben und sich also von Ihren natürlichen Rechten ausschliessen würden: sein wir billich von dieser unserer ersten Meinung gefallen und uns aus dem gar grossen sondern väterlichen Vertrauen, so wir in des Kurfürsten L. von Cöln setzten und trageten, in S. L. uns einhellig verglichen, dass dieselb in dieser allerhöchsten unserer und ganzen Christenheit Noth uns zu Hilf komben, diese Sachen über sich nehmben, auch mit Ihrer Mt. in persona tractieren wollten; dann von Ihrer L. tunnten Ihr Mt. nichts Übels vermuthen.

Und weil Ihr Mt. sonsen Ihrer L. sonders wohl und vetterlich gewogen auch dieselb iu gutem Concepì hätten, diese Sach der Succession mit Ihrer Mt. selbst und anderen Kurund Fürsten gar glückselig zuvor mehrmals tractiert, sonst auch zu diesem Werk viel fürtreffliche qualitates, diesen Ihrer Mt. Humor zu initigiern und dieselb auf bessere Weg zu richten, haben: so wirdet diesem nach unser Gesandter in unser Aller Namen Ihr L. den Kurfürsten ersuchen, bitten und mit allen müg-liehen Argumenten, weliche er aus dieser unserer Instruction nehmben kann, dahin persuadieren, vermügen und exhortieren, damit Ihr L. wegen der ganzen Christenheit und bevor unserer heiligen katholischen Religion und unseres Haus Erhaltund Beförderung (weil wir alle unser Zuflucht, Vertrauen und Hoffnung in Ihrer L. Person setzen) dies Werk mit Ihrer Mt. zu tractieren nit weigern, sonder über sich nehmben. Das würde Gott unzweifenlieh reichlich belohnen und wir alle gewisslichen .inb Ihr L. und Ihr Haus mit schuldiger Dankbarkeit erwiedern. Und wo dies negotium glückselig verricht würdet, wie wir alle darfür halten, so haben Ihr L. unser Haus auf ein Neues erhalten, erhöht und befördert.

Damit aber unser Gesandter desto fiuchtbarlicher bei Ihrer Kurfurstl. L. tractieren könnte, haben wir ihme hiebeigelegte Credentiales an unsero Herrn Vettern Herzog Wilhelm in Baiern und unsern Brüdern und Vettern Herzog Maximilian lautend, derhalben zustellen lassen wollen, damit derselb, nachdem er beede dieses Ihrer Mt. Zustands in Gehorsamb erindert und informiert, dieselben dahin persuadieren und vermügen künnte, damit Ihr L. von eigner Hand dem Kurfürsten schreiben, dieselben also neben uns ersuchen und bitten wollte, damit unser Anbringen mehrern Effect erreichen möchte.

Sobald nun beede Herzog Wilhelm und Maximiliani aus Baiern LL. in soliche Schreiben verwilligt uud unserm Gesandten zugestellt hätten, soll sich derselb sine inora bei Tag und Nacht zu unserm freundlich geliebten Vetter und Brüdern Erzherzog Maximilian verfügen und gleichsfalls, wie zuvor bei beiden Herzogen aus Baiern geschehen, nach Uberantwortung unser beeder Credentialen, das negotium tractieren, sobald nun Erzherzog Maximiliani L. an des Kurfürsten von Cöln L. geschrieben und ihme, Gesandten, zugestellt, sich weiter nit aufhalten, sonder zu des Kurfürsten L. verfügen, und was wir an Erzherzog Albrechten von hie aus geschrieben, auch dieselb freundlich und brüderlich ersucht, an des Kurfürsten L. gleichfalls zu schreiben und soliche Schreiben durch ein eigne Staffeta also bestellen zu wollen, damit soliches unserm Gesandten zu Händen komben und er dieselb mit den unsern Ihrer L. überantworten könnte, darauf dann unser Gesandter gute Achtung geben wolle.

Wann nun derselb mit diesen Schreiben gefasst, so würdet er soliche sambt den unserigen, des Kurfürsten L. in prima audientia überantworten. Verzug sich dann Erzherzog Albrechten Schreiben, soll er, unser Gesandter, nichtsdestoweniger, unerwart desselben, iu dieser seiner Commission fortfahren.

Damit aber Ihr L. unsers Concepts, auch wie wir ohae Massgeben (dass dieselb mit Gelegenheit et sine offensione zu Ihrer Mt. komben und mit derselben fruchtbarlich tractieren könnte) vermeinten, erindert wurden, haben wir im Rath befunden, dass kein anderer Weg zum Antritt mit Ihrer Mt. zu tractieren nutzlicher, als dass dieselb der Praktiken, so der Künig aus Frankreich im römischen Reich wegen der römischen Krön nit zu riuger Unterdrückung Ihrer Mt. Persi.n selbst und derselben Haus führe, und dessen erindert wurde, dass diese Saehen allbereit so weit, sonderlich bei etlichen nit gemeinen, sonder furnehmben Gliedern gebracht, dass es numehr allein am äusseristen gelegen; damit würde nicht allein Ihr Mt. Ihr selbst eignen Person, Ihr Haus und Baiern, sondern die heil. Religion und ganze Christenheit grossen Schaden leiden, dem Erbfeind ein Herz gemacht, den Ländern aber, so nit katholisch und diesen beeden Häusern von Herzen Feind wären, der Muth erweckt werden, also dass Ihre Mt. dero Gebrüder und Vettern halben bei soliche Gelegenheit in höchster Gefahr und Erdruckung, Spott und Verderben stehen würden; daher hab Ihr L. aus der gehorsambisten Affection, so sie zu Ihrer Mt Person und Ihrem Haus, wie auch zu ganzer Christenheit trügen, nit unterlassen wollen, dieselb in persona (damit die Sach in der Still bliebe) zu besuchen, weliche sie ja billich verschonen sollen, da nit periculum in mora und sie so oft und viel, wie auch jetzund von beeden Kurfürsten Mainz und Trier ersucht, darzu auch letztlich wegen des gnädigsten Vertrauen, so Ihr Mt. in Ihr L. allzeit gesetzt, "Ihrer Pflicht und Gewissen nach compelliert worden wäre.

Da nun Ihr Kurfürstl. L. auch von den berührten Kurfürsten LL. Credentiales an Ihr Mt. hätten, wäre soliches sehr nützlich, befürderlich, und nothwendig.

Wann nun also unser Herr Vetter, der Kurfürst zu Cöln, die absurda, so aus dieser Practica möchten erfolgen, und sonderlich das wohl Ihrer Mt. ausgeführt, persundiert und iinpriniiert hätte, dass man Sie bei lebendigen Leib erben, Ihre Vettern von diesem Haus zusambt Ihrer Mt. verstossen und noch die alte Schuld, so Frankreich mit diesem Haus allzeit gehabt, destwegen auch gar den Türken zu Hilf genomben, rächen [wolle], an welichem passu Ihr Mt. und derselben Zustand am meisten derzeit gelegen, dass auch dergleichen Personen, wie süss und lieblich sie es machen, gar nit zu trauen; sodann war erst die Zeit, Ihrer Mt. zu erholen, was Sie entgegen von Ihrer L. Erzherzogen Mathia, als dem Altern, aller Natur, Vernunft und Geblüt nach sich zu getrösten hätten, weliche bisher gehorsambiste Affection zu Kriegsund Friedenszeiten, in Administrierung Ihrer Mt. Land und Leut, im römischen Reich auf verschienen Reichstag das Ihrige gethan und was Ihr Mt. mit Ihrer L. geschafft, dieselb jeztund dem Kriegswesen vorgesetzt, bald solichen Gwalt wiederumb Ihrer L. aufgehebt und auf ein andere Weis disponiert, einen gehorsamben Bruder und Diener an Ihr Lallzeit befunden.

Und obwohl vielleicht Gelegenheiten nicht gemangelt, da Ihr L. zu bewegen gewesf, dass sie Ihrer Mt. Ungelegenheiten machen künnen, haben sie sich doch Ihrer Mt. Willen niemals widersetzt, sonder in allen tractationibus allein Ihrer Mt. Ehr, Nutz, Reputation und Dienst gesucht, weniger bei Ihrer Kurfürstl. L. oder Andern der Succession mit einigem Wort oder Andeuten niemals gedacht, und weil dieser der Älter, von Ihrer Mt. mit Leib, Gut und Blut defendieret, erhalten und obligiert bleiben würde: so kunnten Ihr Mt. zu Abschneidung aller derer Praktiken und Wasser-machung der schädlichen Intentionen fürträglicher und besser nit thun, dann dass Sie gleich und alsbald die beheimbischen Stände zusammen berufen und Erzherzog Mathiasen L. zum beheimbischen Künig befurderten; so wollten alsdann Ihr Kurfürst]. L. bei allen Kurfürsten, der römischen Krön halber, auch das Ihrige thun.

Damit aber Ihr Mt., weil Sie diesen Humor, als wollte mau dieselb vorstossen, gefasst, contentiert wurden und dahero desto leichter zu persuadieren wären, möchten Ihr Mt. Erzherzog Mathiasen zu Ihrer kaiserlichen Person und Regiments Versicherung halben conditiones fürschlagen, dieselb verbinden, damit Ihr Mt. keiner Ungelegenheit sich zu besorgen hätten, weliche conditiones nicht allein des Erzherzogen L. unterschreiben, sonder wir uns alle einhellig verobligieren wollten, Ihrer Mt. (sollte eine oder die ander condition nit gehalten werden) guten Beistand und Hilf zu leisten. Damit wären Ihr Mt. versichert, weliches, sollten die Praktiken im Reich fortgehen, gar nit sein, sonder Ihr Mt. augenblicklicher äusserister Gefahr unterworfen würden.

Auf soliche Weis hätten auch die abgeschafften geheiinben Räth vor einem Jahr Ihrer Mt. persuadiert und contentiert, dass Sie dieser Sachen fortsetzen wollen, da nicht ad partem andere Ihrer Privatinteresse Beförderung willen soliches Ihrer Mt. heiliges Fürnehrnben verhindert.

Weil aber danebens gewiss, dass alle dieser Sachen halben mit Ihrer Mt. nun etliche Jahr hero gepflogene Handlungen und tractationes ihren gewünschten effectum derhalben nit erreichen wollen, dass man Ihr dieselb Resolution gar freigelassen heimbgestellt und nicht so lang, bis sie ihren effectum erreicht, nachgesetzt hat, daraus erfolgt, dass Ihr Mt. alle tractationes nicht allein fallen lassen, sonder auch für ein übrige Sorgfältigkeit gehalten. Welicher Ihrer Mt. procesšus zur selben Zeit derhalben hat künnen mehr entschuldiget werden, weil dieselb noch etwas jünger, keine soliche schwere Leibsaccidentia, weniger so gefährliche Umbständ Ihrer Künigreich und Lande, Ihrer selbst eignen Person, unsers Haus und der katholischen Religion, so das meiste ist, als jetzuud gehabt haben.

Nun aber alle diese Sachen in solichen terminis, dass kein Viertelstund noch Augenblick mehr zu versaumben; dann sobald dasselbe geschiecht, ist nimmer oder doch viel gefährlicher und beschwerlicher, als vor niemalen, zu reinedieren, weil wegen der beharrlichen Krieg die Künigreich und Lande erschöpft, eben aneli soliche in Religionssachen verbittert, unter ihnen selbst grosse Differenzen und Misstrauen erwachsen. So ist das römische Reich unserm Haus eben wegen der katholischen Religion theils übel affectioniert, darinnen allerlei Praktiken und partes, und das noch mehr, künnte man sich auf keinen Fall der benachbarten anrainenden Künigreich und Lande Beistands und Zusprungs nicht getrösten. Dahero die höchste Nothdurft erfordert, dass Ihr Mt. numehr dies negotium, wie bishero geschehen, nit freigestellt, sonder dieselb zu wirklicher Resolution, weil periculum in mora, angehalten und von Ihro nit ausgesetzt werde, bis man den rechten terminùm erreicht hat. Hoffentlich Ihr Kurfürstl. L. werden ohne Massgeben ihres Vortheils und Gelegenheit also in Acht nehmben, damit Ihr Mt. die vorigen modos des Aufzugs, Bedachts und dergleichen, was zu wirklicher Vollziehung des Hauptnegotii verhinderlich, ergreifen künnen.

Da aber Ihr Mt. mit Ihrer Kurfürstl. L. vernünftigen ansehenlichen Argumenten je nit zu persuadieren, sonder auf Ihrem gar schädlichen Humor verharren und vielleicht durch friedhässige böse Leut also eingenomben und persuadiert wären, so ist doch gewiss offen und am Tag, das Ihr Mt. sehr forchtsamb in dem worden, weil Sie Ihr die Privierung Ihrer kaiserlichen Krön so stark imprimiert; dahero vielleicht nit unrathsamb, sonder sehr fürträglich wäre, wann bei Ihrer Mt. wider all Verhoffen kein Argument wirken wollte, dass Ihr L. letztlich vor Ihrer Mt. protestierten: weil sie sehen, dass Ihr Mt. das Wesen in ein soliclie Weitläufigkeit richten, darauf doch der katholischen Religion und derselben zugethanen Personen, sonderlich aber dem geistlichen Stand grosser Untergang in Teutschland stünde, müssten sie die geistlichen Kurfürsten wegen ihres Stands mit Zusichziehung der getreuen und diesem Haus affectionierten lutherischen Stände dringen und zwingen wider ihren Wi¾en, mit Zusammensetzung auch das Ihrige tlmn, weil sie sehen, dass bei so allen gepflegten gehorsambisten Mitteln einmal nichts verfangen und Ihr Mt. ihnen weniger als gar gemeinen und passionierten Leuten, so ihr Privatinteresse suchen, trauen und glauben wollten. Geschehe nun dieses, wie es änderst nit sein kunnte, so hätten Ihr Mt. leichtlich zu gedenken, was es für ein Blutbad in Teutschland abgeben, Ihr Mt. aber selbst die höchste Unruhe und Gefahr causieren und in allen historiis einen ewigen bösen Namen machen wurden. Und also, vermeinten wir, kunnten Ihr Kurfürstl. L. zu unserm Intent komben und uns alle, wie auch die ganze Christenheit, aus dieser voistehunder und augenscheinlicher Gefahr erretten.

Wann nun dieser erste Punkt richtig, dann könnte des Kurfürsten L. Ihrer Mt. persuadieren, dass dieselb in Ihrer Leibs und Seelen Gesundheit allerlei erfahrne medicos gebrauchen wollten; dann obwohl dieser Punkt unter andern nothwendig, so ist doch zu besorgen, wann derselb anfangs und ehe der erste ins Werk gericht, sollt fürgenoinben und tractiert werden, dass denselben Ihr Mt., damit Sie der Successionstractation entfliehen und de novo die Sachen aufziehen möchten, nit ergriffen. Weil wir aber an Ihrer Kurfürstl. L. Alter, Experienz, Verstand und in rebus agendis Dexterität nicht zweifeln und Information bedürftig: also wollen wir diese unser Meinung und consilia derselben pro iuditio, dispositione und resolutione unterwerfen, uns darneben schliesslich ganz vetterlich und freundlich darhin erklärt haben, dass wir deroselben das ganze negotium heimbstellen und vertrauen, also wie sie soliches tractieren und angreifen werden, wir neben schuldiger Dankbarkeit vetterlich und freundlich zufrieden sein wollen.




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