31. Einer von den österreichischen Gesandten in Prag berichtet an Jemanden über den Hergang der böhm. Königswahl und schickt mehrere darauf bezügliche Schriften in Abschrift.

Oktober 1526. Kopie im k. geheimen Staatsarchiv in München 50/3 fol. 99.

Es ist die Handlung und Praktik wider mein gnedigsten Herrn die kuniglich Maiestat an der Wahl zu verhindern so gar vil selzamen und manigerlei gewest, dass davon nit zu schreiben, und in Summa, was etlich inen von Lugen und andern Erdenkung, das Seiner Kun. Mt. zu Verhinderung der Cron erfolgen mugen, das ist nit unterlassen beliben. Aber Gott der gerecht und gut hat die Sach nach Gnaden und dass man sichtiglich erkenne, aus sonder Vorsehung und Ordnung zum pesten kert, dann so ist an in es unmuglich gewest.

Erstlich haben die löblichen Stend auf unser auch Gesandten Furtrag, darin wir dann unsers genedigsten Herrn und Frauen Erbschaft und Gerechtigkeit vermelt, sich entschlossen, dass sie die Stend niembt (Niemand) sein Gerechtigkeit zue oder abgesprochen wellen haben, aber ires Bedunken, so haben sie ein freie Wahl zu tain, zu Kunig erwählen, wer inen darzue gefeflig und lieb.

Hierauf so haben die drei Stend von Herrn, Adel und Stet von jedem acht Person zu Ausschuss furgenommen, die eines Kunigs halben handlen, beratschlagen, die Sach disputiren und erwegen sollen, wen sie befinden der dieser Cron am nutzisten, und auch dann solchs allen Stenden anzuzeigen, die alsdann, ob in solicher auch gefellig, bedenken und dieweil solichen anzunemen oder ein andern zu bestimben.

Darauf der Ausschuss bei vier Tagen in geheimer Handlung gewest und Nachdem der Partei mer gewest und aber allein in der Wahl unser gnedigster Herr und bed Fursien von Baiern, der jeder Teil Anheng gehabt, darauf umb allerlei Verhuettung willen, auch Zerrittlichkeit die Ausschus als die hoch klugen und verstendigen an all Stend gepeten, mit Anzeig: Sie haben nu guete Zeit ob der Sach gesessen, solch hin und wider erwogen, dass sie inen der Sach vertrauen, wen sie zu Kunig bestimben, dass sie wollen inen solichen auch gefallen lassen.

Und wiewol es durch etlich unser Widerpart, auch die so unsers Teils, Fuersorg halben hart beschehen, so ists doch auf dielest dahin kommen, dass all Stend den 24 Person, so Ausschuss, gewilligt, wen sie zu Kunig bestimben, der soll inen allen gefallen. Darauf den Ausschüssen ein hoher sehr harter Eid, den sie sweren muessen, in Sant Wenzl Capeln vorgehalten worden. Darauf sie daselb sich verspert und beschlossen und unsern gnedigsten Herrn zu angeunten Kunig erweit, und erst des XXIIII Tags öffentlich berueft. Und wenn die Stend den 24 Personen nit ganz Macht geben gehabt, so wer es auf dasmal zu keinem Ort kumen, sonder grosse Zerritlichkeit, Unwill und allerlei Unfall davonkommen; dass aber also alles verhuet worden und in dem allem Gott allein die Ehr zu geben, dann wie die Sach gestanden, wer es dem Menschen unmuglich gewest. Aber durch die Menschen hat es Gott gewircht als durch seiner göttlichen Gnaden Werkzeug. Der welle uns verrer Gnad verleihen, dieselb von uns nit abwenden, sonder uns zu mehrer Lieb, Trauen und Hoffnung zu im zu haben einzünten.

Ich schick euch hiemit die erst Werbung und unsern Fuertrag zeichet per Ziffer 1 und A. Dergleich die ander Werbung zeichet per Ziffer 2 und B.

Noch zwo Schiften sind nit zu teutsch derhalb Unmuess halb noch pracht, sonder in beheimischer Zungen begriffen, die wir Kun. Mt. Gesandten auch den Stenden uberantwurten lassen, die will ich euch von Wien zueschicken. Nachfolgund unser Danksagung zeichet per Ziffer 3 und G.

Zwei Schreiben, so die Fürsten von Baiern aus den Stenden das ander den von Wartenberg, ein ansechlichen Herrn dieser Cron gethan. Was hoch Erpieten sie gethan, soll euch mit der Zeit kund than. Solch zeichet per 4 und 5, und D auch E.

Zu Beschluss von Herzog Hans von Saxen, so zeichet per 6 und F.




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