80. L. Haberstock podává vévodovi Bavorskému zprávu o slavném slyšení stavů českých při králi Rudolfovi, v kterémž oznámeno bylo přijetí jeho za krále a o přivezení korunovačních klenotů.

V PRAZE. 1575, 22. září. - Orig. v královském říšském archivu v Mnichově.

... Erchtags frue haben. sich die böhemischen Landstände bald nach siebene zu der Kunigl. W. verfuegt, welche sich damals in der Hofrathsstuben finden lassen, dardurch dann der Hofrath, so des Tags zuvor schon angesagt gewest, abgestellt worden. Da hat Herr Wilhelm von Rosenberg von den Ständen wegen in böhemischer Sprach zu der Kun. W. geredt, aber nur punktenweis, also dass Schönfelder jeden Punkten gelegenlich vernehmen und behalden künden, der sie dann, sobald der von Rosenberg je einen ausgeredt, der Kunigl. W. in teutsch fürgehalten. Die hat der Künig alle underschiedlich angehört, und nachdem sie ausgeredt, den von Pernstein zu sich gefordert, neben dem Tisch, an welchem Ihre Kunigl. W. den ganzen Akt. under einem Baldachin von guldinem Stuck gesessen, auf die Linke gestellt, Ihr Kunigl. W. selbs angefangen den Ständen in teutscher Sprach ze antworten, welches der von Pernstein ebenmässig punktenweise, so oft Ihr Kunigl. W. einen ausgeredt, denen Ständen in böhemischer Sprach referirt. Und hat bei der Kunigl. W. Fürhalt und Anlwort mehr als ein guete Glockenstund gewähret. Der Ständen fürnehmbster Intent ist gewest, dem Künig anzezeigen, wassmassen sie ihne zum Künig erwhlet und was sie zu solchem bewegt habe, mit Bitt, sie bei ihren Privilegien handzehaben, Recht und Gerechtigkeit zu erhalten, cum denuntiatione coronationis ad diem perendinum. Darauf ihnen der Künig Dank gesagt, erboten, ihnen, soviel ihme gebühren und Gott Gnad verleihen werde, zu willfahren und Denunciation angenommen.

Under diesem Akt ist die Fürstl. Durchl. Erzherzog Ernst auf der Kunigl. W. rechten Seiten neben obgemeltem Tisch under dem Baldachin gestanden, nachmals mit der Kunigl. W. und den Ständen zu der Kais. Mt. gangen. Da haben die Stände auch länger als ein Stund geredet und Antwort empfangen und dann erst sich in die Landstuben verfüegt, allda die Wahl und Krönung publicirt. Von dannen in die Thuemkirchen kommen, da sie ihren Weg uber den Hof und nit durch den ganzen genommen.

In der Kirchen ist die Kais. Mt. sambt ihrer kaiserlichen Gemahelin auf der rechten des Altars under ein Baldachin von guldenem Stuck, darunder zween Stüel gericht gewest, gesessen, die Kunigl. W. aber sambt den dreien Erzherzogen in das nägste Gestuel hernach, so ebenmässig mit guldenem Stuck uberzogen, aber oben unbedeckt gewest. Gegen Ihr Mt. uber ist der Erzbischof in seinem Pontificalornat in dem gewöhndlichen Stuel oder Faltisterio (wie mans nennt), so auch mit guldenem Stuck und darein gewirkt seidenem Bluembwerk bedeckt, und neben ihme Diaconus, Subdiaconus sambt deren Lewiten gestanden. Im Gestuel hernach die anwesenden Botschaften und sonsten im Chor herumb die obristen Landofficier, darunder der Landmarschalk der Kais. Mt. das Schwert vorgetragen und gehalten.

Als jederman still und an seinem Ort gewest, hat der Erzbischof das Te Deum laudamus angefangen oder intonirt, die Orgel, Cantorei und Trommeter alternis vicibus dasselb zu End gefüehrt. Da hat man denen Büchsenmeistern vor dem Schloss mit einem Schuss die Kreiden geben, das Geschütz abgehen zu lassen, daneben alle Glocken geläutet, welchs lustig zu hören gewest, und hat sich die Kirch vom Schiessen dermassen er schottelt, dass viel Glasscheiben under die Leut hinab gefallen und zu besorgen gewest, es wurden etliche Fenster ganz ledig herunder fallen.

Und ob man wohl vorgehabt, nach dem Te Deum ein ganz gesungenes Ambt der Mess zu halten, so ist es doch so spat (nemblich bald halbe eilfe) worden, dass Ihr Mt. Befelch gegeben, man soll das Te Deum fein langsamb und tractim singen und schlagen, dagegen die Mess ganz auslassen. Welches beschehen; aber viel Guetherzigen haben solche Auslassung sehr ungern gesehen, dass nemblich deren behemischen Ständen Pomp und Gepräng fortgehen, dagegen quae Dei sunt, ausgelassen werden müessen.

Ich hab daneben das observirt, dass ich die ganze Zeit meiner jetzigen Verrichtung die Kais. Mt. nie so schön wohlgefarbt und fröhlichen Angesichts gesehen, als eben bei diesem Act. Der Allmächtige geb langwährigen Bestand darzu.

Gestern ist anders nit fürgangen, als dass man ungefährlich umb 5 Uhr nach Mittag die Kron, Schwert, Scepter und Apfel mit denen gewohndlichen Cerimonien herein beleitet, nemblich als sieben vom Herren- und sieben vom Ritterstand vorgestern darnach gezogen und ihnen von 200 bis 250 Pferd dieselben zu hegleiten zuegeben worden, so haben sie dieselben zu Ross bis an den Weissen Berg allhie beleitet, da sie abgestanden und eben in der Ordnung sie zuvor geritten gewest, also zu Fuess neben dem Wagen hergangen. Der Wagen ist gar zierlich zuegericht gewest, die Kleinoter inwendig mit guldenem Stuck bedeckt und von sechs schönen weissen Hengsten gezogen worden. Bei der Thumbkirchen hat man sie ab dem Wagen genommen und mit höchster Reverenz in St. Wenzels- Kapellen getragen.

Heut fruch, als ich zum Schloss komm in Willen die Krönung auch zu sehen, so find ich ein solchs Gedräng, dass mir unmüglich gewest dardurch zu kommen, zumal weil ich mich ein wenig ubel empfunden. So ich nun nit zweifel, Herr Unverzagt werd diese sowohl als die ungarische Krönung ausfuehrlich beschreiben; so getrau ich mir sie von ihme zu bekommen und E. f. G. underthänig zu uber schicken, also gehorsamblich zu erstatten, was diesfalls verabsaumbt worden.

Es haben auch die Juden in ihrer Stadt Freudenfest gehalten, da sie ihren gewohndlichen Fahnen sambt den zehen. Geboten under einem Baldachin umbgetragen und ihre gebrauchige Benedictionen und Gesang darzue gethan.




Přihlásit/registrovat se do ISP